Handlettering mit Kindern und Schülern

Immer wieder wird mir die Frage gestellt, ob das Handlettering auch für Kinder und Schüler geeignet ist. Besonders meine Kurs-Teilnehmer möchten häufig auch zusammen mit ihren Kids lettern.

Ab wann das Handlettering für Kinder Sinn macht, welche Materialien kindgerecht sind und was du sonst noch beachten solltest, verrate ich dir in diesem Artikel.

Ab wann macht es Sinn?

Prinzipiell gibt es kein Mindestalter für das Handlettering. Wenn sich (d)ein Kind für Schrift interessiert, zum Beispiel weil es dich beim Üben beobachtet, spricht nichts dagegen, wenn es eigene Versuche unternimmt.

Das kann auch schon vor dem Grundschulalter von ca. 6 Jahren sein, also bevor es laut Lehrplan das Schreiben lernen würde.

Den Anfang bildet dabei richtiges Buchstaben malen. Also im Prinzip genau das, was das Handlettering ausmacht. Jeder einzelne Strich steht im Fokus und wird praktisch (aus)gemalt. Dazu eignen sich breite Buntstifte, Wachsmaler und ähnliche Stifte.

Auf diese Weise können Kinder verschiedene Buchstaben und deren Formen kennenlernen. Du kannst dabei helfen, in dem du den Buchstabenlaut nennst.

Kind beim Malen
© aletia (Depositphotos)

Wichtig ist, dass die Motivation stets von den Kindern ausgeht. Ist die Begeisterung da, lernen sie auch gerne. Keinesfalls sollte zu Hause „Schule“ gespielt werden. Dann verlieren Kinder die Lust unter Umständen schon bevor sie überhaupt schreiben gelernt haben.

Einige Teilnehmer meines Handlettering Online Kurses haben mir bereits Fotos zukommen lassen, auf denen zu sehen ist, wie ihre Kinder fleißig mitmachen. Freiwillig und aus der eigenen Neugier heraus. Das hat mich ganz besonders gefreut – so ist es doch eine tolle Alternative zu Fernseher und Smartphone …

Handlettering mit Schülern

Sobald Kinder schreiben lernen, oder bereits in Teilen gelernt haben, ist auch filigraneres Handlettering möglich. Die intensive, leidenschaftliche Auseinandersetzung mit Schrift hilft dabei, die einzelnen Muster zu verinnerlichen.

Dabei sollte man darauf achten, die Kinder nicht durch verschiedene Stile zu verwirren. Ein einfaches Alphabet (Druckschrift) reicht am Anfang absolut aus.

Sobald die Kinder anfangen die Schreibschrift zu lernen, ist sogar der Einsatz von Brushpens möglich. Welche Möglichkeiten du bezüglich der Materialwahl hast, erfährst du dazu noch im entsprechenden Abschnitt.

Bevor Kinder und Schüler empfindliche Brushpens einsetzen, bietet sich auch der Einsatz der Faux Calligraphy an. Dabei wird die Optik eines Brushpens imitiert. Da dazu ganz normale Stifte, mit stets gleicher Strichstärke, eingesetzt werden können, ist diese Technik eine schöne Grundlage für richtiges Brushlettering.

Außenstehenden fällt am Ende gar nicht mehr auf, dass die Strichstärkekontraste nachträglich kreiert wurden.

Faux Calligraphy

Um die Faux Calligraphy effektiv zu lernen habe ich extra ein passendes Workbook erstellt.

Feine Schriften und echtes Brushlettering würde ich erst für ältere Schüler empfehlen. Sicherheit in Druck- und Schreibschrift ist dabei Voraussetzung. Da mag es sicherlich auch Ausnahmen geben. Im Zweifel lohnt sich auch ein Austausch mit dem Lehrpersonal. Vielleicht ist ein kleiner Exkurs in das Handlettering auch für die gesamte Klasse interessant?

Welche Stifte eignen sich?

Besonders wenn es um das Brushlettering geht, kommt die große Materialfrage auf. Dabei sind vor allem zwei Faktoren entscheidend:

  • Typische Brushpens sind sehr empfindlich. Bei falscher Handhabung sind sie schnell kaputt und der Spaß vorbei, da keine sauberen Linien mehr möglich sind.
  • Das richtige Papier ist wichtig. Brushpens sollten nur auf glattem Papier genutzt werden. Raues Papier führt ebenfalls dazu, dass die Stifte kaputt gehen. Die Spitze franst aus und erlaubt keine sauberen Striche mehr.

Möchtest du trotzdem echte Brushpens nutzen, solltest du mit kleinen Brushpens anfangen. Diese sind einfacher zu beherrschen, da der Bewegungsradius kleiner ist (ähnlich eines Füllers) und die Pinselspitze zwar flexibel aber nicht zu weich ist.

Kleiner Brushpen

Für echte Strichstärkekontraste ohne ausfransende Stifte gibt es aktuell nur eine mir bekannte Alternative: Crayola Marker. Diese Stifte sind nach wie vor ein echter Geheimtipp.

Die Crayola Marker sind eigentlich keine Brushpens, da sie keine Pinselspitze haben. Stattdessen haben sie ein flexibles Farbkissen, welches die Tinte abgibt. Dadurch lassen sich ebenfalls unterschiedlich dicke Striche ziehen!

Der große Vorteil: Das Farbkissen dieser Marker ist nahezu unverwüstlich. Aufdrücken, schieben, ziehen – alles kein Problem. Außerdem ist die Farbe wasserlöslich und auswaschbar.

Crayola Marker

Prinzipiell sind die Crayola Marker damit für jedes Alter geeignet. Tatsächlich sind sie sogar für Kinder konzipiert – und werden von uns Handlettering Freunden zweckentfremdet. Mein Brushlettering Workbook für große Brushpens ist ebenfalls perfekt für die Crayola Marker geeignet.

Vorteile von Handlettering in Schulen

Erst durch die vielen Anfragen von Lehrern und Eltern wurde mir klar, welch positiven Einfluss das Handlettering tatsächlich hat.

Durch die Beliebtheit des Handletterings erfährt die Handschrift eine richtige Renaissance.

Plötzlich interessieren sich Kinder und Schüler wieder für Schrift! Und das obwohl heutzutage fast ausschließlich am Computer geschrieben wird. Auch das Smartphone gerät dabei für einige Zeit aus dem Fokus.

Damit ist dieses tolle Hobby super geeignet, um Kinder für das Schreiben zu begeistern und vielleicht sogar eine echte, nachhaltige Leidenschaft zu entwickeln.

Wenn du noch Fragen hast, schreib sie gern in die Kommentare!

Wichtig: Die Empfehlungen beruhen auf meiner Erfahrung mit dem Handlettering, den Materialien und der Recherche zum Thema Schreiben lernen. Ich bin weder Lehrer noch Pädagoge. Im Zweifel sprich bitte mit einer dahingehend ausgebildeten Person.

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