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Handlettering lernen: Die große Schritt für Schritt Anleitung

Ahoi! Du möchtest also Handlettering lernen. Die Kunst, Buchstaben, Wörter und Texte besonders schön zu schreiben. Eine gute Entscheidung!

Es ist kreativ, beruhigend, künstlerisch und sieht einfach großartig aus. Gleichzeitig macht es Rie­sen­spaß.

Ich zeige dir hier Schritt für Schritt, wie du das Handlettering lernen kannst und möglichst schnell erste, eigene Schriftzüge zauberst. Dich erwartet hier keine graue Theorie oder Kalligrafie-Geschichte. Hier wird gemacht!


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Großer Handlettering Onlinekurs

In meinem beliebten Onlinekurs lernst du alles rund um das Handlettering – vom ersten Strich bis zum finalen Foto.

Blog-Anleitungen

Grundlagen, Materialtipps und einen Einblick in verschiedene Techniken bekommst du direkt auf dieser Seite.

Timo Ostrich mit Handlettering-Buch

Kurz zu mir, damit du weißt, wer hier schreibt: Mein Name ist Timo (bekannt als Timo Ostrich) und ich bin begeisterter Handlettering-Künstler, Autor und Designer.

Ich habe seit über sieben Jahren groooßen Spaß am Lettering und möchte bei dir dieselbe Begeisterung entfachen! 🙂

Du sollst durch die Hilfe meiner Webseite möglichst früh einfache Letterings erstellen und erste Erfolge feiern.

Dazu findest du hier einfache Vorlagen und Übungsblätter zum selbst ausdrucken. Und natürlich eine riesige Anleitung, die über die letzten Jahre immer weiter gewachsen ist und alles Wichtige enthält, was du zum Handlettering lernen wissen musst!

Und jetzt, ganz nach den Worten „Fange zu tun an, dann hast du auch die Kraft dazu“, von Ralph Waldo Emerson, fangen wir an. Los gehts!


Das richtige Material für das Handlettering

Für das Handlettering brauchst du natürlich passende Stifte und etwas Papier. Im einfachsten Fall startest du mit einem normalen Bleistift.

Für besondere Schriften brauchst du manchmal auch spezielle Stifte. Welche das genau sind, erfährst du in dieser Anleitung.

Ich sage zwar immer, das Werkzeug macht nicht den Handwerker, aber gerade beim Handlettering ist eine gewisse Grundausstattung sehr hilfreich!

Du hast natürlich die Möglichkeit mit dem zu starten, was du zu Hause hast. Ein paar Stifte und etwas Papier wirst du sicher haben.

Damit kannst du bereits sehr viel mehr anstellen, als du vermuten würdest!

Beispiel Handlettering

Die richtigen Stifte

Stifte mit einer flexiblen Spitze haben den großen Vorteil, dass sie „Druck-Sensitiv“ sind. Das bedeutet, je doller du aufdrückst, desto dicker wird der Strich. Genau wie bei einem Pinsel (englisch „Brush“).

Die richtigen Stifte

Für den Anfang solltest du dir also einen solchen Pinsel-Stift (Brush-Pen) zulegen. Das ist eine Kombination aus Pinselspitze und Filzstift.

Damit kannst du schreiben wie mit einem hochwertigen Pinsel, brauchst aber nicht ständig absetzen um neue Farbe aufzunehmen. Auch ist der Farbfluss immer gleich stark. Der perfekte Kompromiss!

Mit einem Pinsel-Stift für Einsteiger wirst du schnell deine ersten Erfolge erzielen! Das geht allerdings nicht ohne regelmäßiges Üben.

Die Pinsel-Stifte sind übrigens der Grund, warum dieser Bereich des Handletterings auch Brushlettering genannt wird. Irgendwie logisch, oder? 🙂

Nachfolgend findest du meine Produktempfehlungen, um das Handlettering zu lernen. Die Produkte stellen einen guten und günstigen Einstieg in das Handlettering dar. Teure Profi-Stifte und spezielle Brushpens kannst du dir später immernoch kaufen.

Aber Achtung: Stifte kaufen macht wirklich süchtig…

Welche Brushpens eignen sich für Anfänger?

Meine absolute Empfehlung für deine ersten, farbigen Brush Pens sind die tollen Edding 1340 Brushpen Fasermaler*.

Warum ich dir genau diese Stifte empfehle?

  • Die Brushpens von edding haben ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis
  • Die Pinselspitze ist flexibel, aber nicht zu weich
  • Die Stifte sind robuster als andere Brushpens
  • Du hast direkt mehrere Farben zur Verfügung
  • Die Spitze lässt sich umdrehen, sodass du die Lebensdauer deiner ersten Brushpens verdoppeln kannst

Damit sind sie perfekt zum Üben, Lernen und Ausprobieren. Sie verzeihen auch den ein oder anderen „Fehler“ in der Handhabung. Die Brushpens zählen zu den „mittelgroßen“ bis „großen“ Brush Pens.

Natürlich gibt es auch andere, tolle Einsteigerstifte! Ich gebe hier lediglich meine Meinung und Erfahrung wieder.

Um das Hand- und Brushlettering mit den Edding Brush Pens zu lernen, habe ich dir einen Brushlettering-Guide erstellt, welcher perfekt auf diese mittelgroßen Stifte zugeschnitten ist.

Die besten kleinen Brushpens

Die meiner Meinung nach besten Brushpens mit einer kleinen Spitze sind die Pentel Brush Sign Pens. Sie sind sehr gut zu beherrschen, relativ robust und können dich viele Jahre begleiten.

Mit kleinen Brushpens kannst du wesentlich feinere Linien als mit den großen ziehen.

Daher sind sie besonders für kleinere Letterings und längere Texte super geeignet. Die feinen Linien und Kontraste wirken besonders edel!

Neben den Pentel Brush Sign Pens ist auch der Tombow Fudenosuke sehr zu empfehlen.

Feines Brushlettering mit kleinen Brushpens

Pentel Brush Sign Pen

Die Pentel Brush Sign Pens* sind absolut hochwertige Brushpens, die es mittlerweile in allen möglichen Farben gibt. Die Spitze ist sehr angenehm und super präzise!

Sowohl Einsteiger als auch Profis schätzen diese Stifte. Für mich zählen sie zu den besten Stiften am Markt.

Langer Text als Brushlettering

Tombow Fudenosuke

Der Tombow Fudenosuke* ist ähnlich stark. Auch hier haben wir eine feine, flexible Spitze und es stehen diverse Farben zur Verfügung.

In der Ausführung „hart“ (WS-BH) sind die Stifte auch für längere, kalligrafische Texte geeignet.

Diese kleinen Brushpens bringen gleich zwei starke Vorteile mit:

  • Kleine Brushpens sind meist einfacher zu beherrschen als große, da der gesamte Bewegungsradius kleiner ist.
  • Die Nylonspitze ist deutlich robuster als die typischen Faser-Spitzen.

Auch für die Handlettering-Übungsblätter sind die kleinen Brushpens perfekt geeignet.

Außerdem habe ich einen umfassendes Brushlettering-Guide erstellt, welcher exakt auf diese kleinen Brushpens zugeschnitten ist.

Damit du weißt, was genau ich mit „klein“ oder „mittel“ meine, sieh dir einmal folgendes Foto an:

Brushpens in verschiedenen Größen

Dort wird deutlich, wie die unterschiedlichen Pinselspitzen wirken. Generell gilt hierbei: Je größer und weicher die Spitze ist, desto schwieriger ist sie zu beherrschen.

Brushpens für Anfänger in der Übersicht

ModellSpitzengrößeGeeignet fürBesonderheit
Edding 1340 BrushpenMittelAnfänger, mittelgroße SchriftzügeRobust, günstig, Stiftspitze umdrehbar
Pentel Brush Sign PenKleinAnfänger und Profis, kleine Schriftzüge, längere TexteSehr robust, gut beherrschbar, besondere Farben
Tombow FudenosukeKleinAnfänger und Profis, kleine Schriftzüge, längere TexteSehr robust, gut beherrschbar, mit härterer Spitze verfügbar

Welche Stifte eignen sich für Details und monolineare Schriften?

Für Details und feine, geradlinige Schriften empfehle ich dir ein Fineliner-Set von Sakura oder Staedtler.

Je nach Set erhältst du Stifte mit Spitzendurchmessern von 0.05 bis 0.8 mm. Die Fineliner sind sehr hochwertig und halten ewig.

Die Tinte der genannten Sets ist wasserfest und lässt sich somit auch mit Brushpens übermalen ohne zu verwischen.

Das ist super praktisch, wenn man Buchstaben nachträglich ausfüllen möchte oder es zu Überlagerungen kommt.

Fineliner mit verschiedenen Spitzen
ModellArtDurchmesserBesonderheit
SAKURA Pigma MicronFineliner / Pigmentliner0,2 mm – 0,5 mmwasserfest
STAEDTLER FinelinerFineliner / Pigmentliner0,05 mm – 0,8 mmwasserfest

Mit der Kombination aus den drei genannten Produkten hast du unzählige Möglichkeiten erste Handlettering-Erfahrung zu sammeln.

Wozu brauche ich einen Bleistift?

Vielleicht erscheint dir diese Empfehlung etwas langweilig. Aber der Bleistift ist und bleibt der vielseitigste Stift, den es gibt. Er ist ein wahrer Alleskönner. Das trifft auch beim Handlettering zu!

Mit dem richtigen Bleistift kannst du:

Zusätzlich hast du den großen Vorteil, dass Bleistift-Linien wegradiert werden können. Und jetzt verrate mir mal, welcher andere Stift so vielseitig ist!?

ModellArtBesonderheit
Faber-Castell 9000 (2B)Normaler Bleistift mit hexagonaler FormEinfach und robust, Strichstärkenkontraste möglich, unkompliziert
Tombow MONO graph 0,5DruckbleistiftKein anspitzen nötig, Radiergummi auf der Rückseite, sehr präzise

Welches Papier brauche ich für das Handlettering?

Für das Handlettering und das Brushlettering wird besonders glattes Papier ab einer Grammatur von 80 g/m² empfohlen, um das Ausfransen der Pinselspitzen zu verhindern (zum Beispiel Clairefontaine DCP Druckerpapier).

Die Wahl der Papiers hängt außerdem von den genutzten Stiften ab. Während Bleistift, Fineliner und Gelroller fast auf jedem Papier funktionieren, solltest du Brushpens nur dem glatten Papier nutzen.

Nur so wirst du lange Freude an empfindlichen Brushpens haben.

Ignoriere diesen Hinweis nicht, er ist sehr wichtig!

Ist das Papier zu dünn, drückt die Farbe durch. Ist es zu rau, machst du sogar deine Stiftspitzen kaputt.

Durch raue Papierstrukturen werden die empfindlichen Pinselspitzen schnell faserig und fransen schließlich aus. Dann ist der Farbauftrag nicht mehr gleichmäßig und speziell die feinen Linien sehen nicht mehr schön aus.

Ausgefranster Brushpen

Ob du hochwertiges Druckerpapier als Einzelseiten nutzt, in dein Bullet Journal schreibst oder einen Ringblock verwendest, ist dir überlassen.

Das empfohlene Papier von Clairefontaine ist schön weiß und wirklich extrem glatt. Deine Pinselspitzen gleiten perfekt auf diesem Papier und fransen nicht aus. Ich schreibe fast nur noch auf diesen Blättern – und liebe es!

In der folgenden Übersicht findest du meine Lieblingspapiere für verschiedene Zwecke. Alle über viele Jahre in der Praxis getestet.

BezeichnungGewichtZweckAnmerkung
CANSON XL Marker70 g/m²DurchpausenIdeal zum geführten Üben mit meinen Vorlagen
Clairefontaine DCP100 g/m²Freies Üben mit Brushpens oder FilzstiftenSehr glatt
Mondi Color Copy100 g/m²Freies Üben mit Brushpens oder FilzstiftenSehr glatt
Clairefontaine DCP300 g/m²Gestaltung von KartenKräftig und trotzdem sehr glatt
CANSON XL Textured300 g/m²Freie Gestaltung mit diversen Stiften, Aquarelle möglichMittelraue Oberfläche, Brushpens nur mit Vorsicht nutzen
Clairefontaine Papier

Das Druckerpapier kannst du außerdem dazu verwenden, meine Lineatur- und Lettering-Vorlagen auszudrucken.

Möchtest du das Handlettering effektiv und entspannt lernen? In meinen großen Online Kurs bringe ich DIR das „lettern“ bei und begleite dich vom ersten Strich bis zum finalen Foto. Es warten spannende Module und Lektionen auf dich.


An die Stifte, fertig, los!

Dein Werkzeug liegt bereit und du kannst mit deinen ersten Handletterings starten. Doch nun liegt da dieses schöne, weiße Blatt und du weißt nicht womit du loslegen sollst. Keine Sorge – das Gefühl kenne ich nur zu gut.

Die ersten Striche sind immer die schwierigsten. Als erstes empfehle ich dir, einen deiner Brushpens zu nehmen und die grundsätzliche Handhabung zu lernen.

Tipp: Früher oder später macht es Sinn, dass du dir ein paar Grundlagen der Typografie ansiehst um bestimmte Begriffe kennenzulernen. Wenn du jetzt keine Lust darauf hast und lieber sofort „Handlettern“ willst, musst du dir die Grundlagen aber noch nicht sofort ansehen.

Druckstärke variieren und Strichstärkenkontraste erzeugen

Um tolle, geschwungene Buchstaben unterschiedlicher Dicke hinzubekommen, musst du deinen Brushpen unterschiedlich stark aufsetzen.

  • Linien von oben nach unten werden mit viel Druck ausgeführt (Abstrich bzw. Downstroke)
  • Linien von unten nach oben werden mit wenig Druck ausgeführt (Aufstrich bzw. Upstroke)

So entsteht eine dickere und eine dünnere Linie. Teste es einfach aus und zeichne einige schräge Linien. Abwechselnd mit viel und mit wenig Druck.

Absolute Grundübungen zu Strichstärkenkontrasten
Übergänge üben

Im nächsten Schritt geht es darum, diese Linien zu verbinden. Es soll zukünftig ein fließender Übergang zwischen der dünnen und der dickeren Linie entstehen.

Dies ist etwas, dass viel Übung erfordert und was du immer wieder trainieren wirst.

Sei nicht unglücklich, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Das hat es bei mir auch nicht. Die richtige Feinmotorik entwickelt sich dabei nur durch üben, üben und nochmal üben!

Nur so kannst du das Handlettering lernen. Deine Hand muss sich an die Bewegungen gewöhnen und entsprechende Muskelgruppen ausbilden. Mit der Zeit wirst du so immer sicherer in deiner Strichführung.

Download: Strichstärken Übungsblätter

Für die ersten Strichstärken-Übungen habe ich dir eine Schnuppertour (mit PDFs) zum selbst Ausdrucken erstellt. Es enthält unter anderem auch Strichstärke-Übungen für Brushpens mit mittelgroßer Spitze.

Die Kopiervorlagen kannst du beliebig oft nutzen!

Handlettering Vorlagen zu den Übergängen

Um dir das Üben etwas angenehmer zu machen erhältst du von mir weiter unten auch noch weitere Vorlagen für erste richtige Brushletterings.

Vorerst solltest du allerdings einfache Buchstaben lernen, wie zum Beispiel „m“, „n“, „e“, „u“ und „i“. Diese Buchstaben lassen sich besonders angenehm und unkompliziert schreiben.

Einfache Buchstaben lernen

Anschließend kannst du anfangen, erste Wörter zu lettern. Schreibe einfache Worte wie beispielsweise minimum, aluminium, neun oder menü.

Diese Worte sind gut zu lettern, da sie sich einfach in einem Rutsch schreiben lassen und kaum Oberlängen haben. In den Übungsblättern findest du auch hier einige Beispiele, die du direkt nachziehen kannst.

Einfach zu schreibende Übungswörter

Wie funktioniert die Faux Calligraphy?

Bei der Faux Calligraphy werden normale Stifte genutzt, um die Optik einer Schrift mit Strichstärkenkontrasten zu imitieren. Die Schrift sieht dann aus, als wäre sie mit einer Spitzfeder oder einem Brushpen geschrieben worden.

Wie das genau funktioniert, zeigt dir die nachfolgende Bilderserie.

1. Die Grundform zeichnen

Schreibe dazu dein gewünschtes Wort in einer Schriftart deiner Wahl.

Lasse dabei etwas mehr Platz zwischen den einzelnen Buchstaben als gewöhnlich, da wir die Abstriche im nächsten Schritt verbreitern werden.

Auch die „Kringel“ von Buchstaben wie b, d, h, l oder k solltest du hierbei bewusst etwas größer gestalten.

Faux Calligraphy Schritt 1 - Schrift als Monoline schreiben
Faux Calligraphy Schritt 2 - Abstriche verbreitern

2. Linien verbreitern

Im zweiten Schritt erweiterst du nun alle Linien, die du mit einer Abwärtsbewegung (Abstrich) geschrieben hast, um eine zweite, meist parallele Linie.

So bekommt der Buchstabe an dieser Stelle eine größere Strichstärke. Du imitierst damit die dicken Striche, die bei einem Brush-Pen entstehen würden, wenn du viel Druck auf die Spitze ausübst.

3. Leerräume füllen

Im letzten Schritt füllst du die entstandenen Leerräume mit deiner Schriftfarbe aus.

Nun sieht es so aus, als hättest du das Wort mit einem Pinsel oder Pinsel-Stift geschrieben. Genial, oder?

Mache dies bei allen Wörtern deines Textes und du wirst sehen, dass sich ein bestimmtes Schriftbild entwickelt, das den natürlich gezogenen Linien sehr ähnlich sieht. Bei der Strichstärke kannst du natürlich auch variieren.

Handlettering ausgefüllt

Tipp: Du kannst auch bei Schritt zwei aufhören und die Leerräume frei lassen. Oder die Leerräume mit Linien/Punkten/Mustern ausfüllen. Auch das ist ein wirklich schönes Stilmittel!

Dieses Vorgehen nennt sich „falsche Kalligraphie“, da du Kontraste nicht auf natürliche Art und Weise erzeugst, sondern mit verschiedenen Strichstärken simulierst.

Ob „falsch“ oder nicht, spielt aber keine Rolle, solange du mit dem Ergebnis zufrieden bist! Es muss nicht immer der Brush-Pen sein. Ich empfehle dir auch meinen extra Artikel zur Faux Calligraphy zu lesen.

Auch zur Faux Calligraphy findest du in den Übungsblättern präzise Vorlagen und Buchstaben zum Nachzeichnen.

Faux Calligraphy Übungsblätter

Wie kann ich verschiedene Schriftarten lernen?

Deine größte Herausforderung wird es nun sein, verschiedene Schriftarten und Buchstaben-Variationen auswendig zu lernen. Das klingt etwas nach Vokabeln lernen – und genau so ist es auch. Nur, dass es viel mehr Spaß macht. 😁

Besonders bei den geschwungenen Schriftarten gibt es viele Buchstaben in unzähligen Varianten. Als Basis dient eine Schreibschrift, bei der die Buchstaben teilweise mit zusätzlichen Schnörkeln verfeinert werden.

Am besten nimmst du dir dazu mein ultimatives Handlettering-Alphabet als Vorlage. So kannst du die Buchstaben einzeln nachzeichnen, abschreiben und in deinen Handletterings verwenden.

In meinem Blog-Artikel mit Handlettering-Sprüchen findest du dazu einige Anregungen, damit du nicht lange überlegen musst, was du als nächstes Lettern kannst.

Die geschwungenen Brushlettering-Schriften kannst du um geradlinige Schriften ergänzen (oder umgekehrt). Das ergibt einen tollen Kontrast! Auch hier musst du die Buchstaben natürlich auswendig lernen.

Allerdings gibt es einige einfache Tricks, um deine Letterings zu verschönern:

  • Schreibe deine Buchstaben besonders hoch und schmal.
  • Ziehe die Buchstaben weit auseinander – entweder durch einen hohen Buchstabenabstand oder indem du die Buchstaben an sich sehr breit schreibst
  • Stelle die Buchstaben schräg (kursiv)
  • Ergänze deine Schrift um Serifen (das sind die kleinen Füßchen, die du in einigen Schriftarten an den Buchstaben findest)

Jedes Mal erhältst du eine andere Anmutung. Kurz gesagt: Die Möglichkeiten sind endlos!

Verschiedene Schriftarten lernen und kombinieren

Da auch ich nicht immer an alle Schriftarten denke, habe ich mir einen Handlettering-Spickzettel erstellt. Das Merkblatt habe ich immer parat, wenn ich am lettern bin. Es ist eine massive Hilfe und eine großartige Inspiration!

Handletterings verzieren und modifizieren

Deine Handletterings kannst du super um zusätzliche Elemente ergänzen und damit ein fantastisches Gesamtkunstwerk schaffen. Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz von Aquarell-Farben für bunte Hintergründe oder Deko-Elemente wie Schnörkel, Pfeile, Blätter und mehr.

Tipp: Mit Hilfe von weißen Gelstiften oder Lackmarkern kannst du deinen Letterings außerdem einen plastischen Look verpassen. Ergänze dazu weiße Lichtreflexe auf den einzelnen Buchstaben – natürlich immer in Bezug auf eine imaginäre Lichtquelle.

Ebenso schön ist der Effekt von Stiften mit Metallic-Farben. Mit solchen Stiften lässt sich super auf dunkler Pappe lettern und somit ein sehr edler Look erzeugen. Ideal für tolle Geschenkideen.

Schummeln ausdrücklich erwünscht!

Auf Instagram, Dribbble und Co. glänzen viele Künstler mit perfekten Letterings, reinem weißen Papier und es sieht aus, als würde jeder Buchstabe millimetergenau an der richtige Stelle platziert.

Ich kann dich beruhigen: Auch hier wird hemmungslos „geschummelt“.

Und das ist keineswegs negativ zu verstehen! Mit Hilfe von feinen Bleistiften, Linealen und Zirkeln kannst du dir Hilfslinien zeichnen, die dir bei der Platzierung deiner Buchstaben helfen.

Anschließend radierst du diese Linien einfach weg und es sieht so aus, als hättest du zum Beispiel eine im Kreis angeordnete Schrift einfach aus dem Handgelenk geschüttelt.

Auch ein paar Hilfslinien für die Grundlinie und Ober- oder Unterlängen helfen enorm beim Lettering von Schriftzügen.

1. Hilfslinien mit Bleistift und Geodreieck

Als erstes zeichnest du mit Bleistift und Geodreieck (oder Lineal) die nötigen Hilfslinien.

Das können einfache Grundlinien, aber auch Neigungswinkel oder sogar Formen sein. Je sorgfältiger du hierbei vorgehst, desto besser das spätere Lettering.

Hilfslinien mit Bleistift und Geodreieck
Mit dem Brushpen lettern

2. Das richtige Lettering

Jetzt wird geschrieben! Mit deinem Brushpen (oder einem anderen Stift) schreibst du dein Wunschwort und orientierst dich dabei an den Hilfslinien.

Jetzt wird geschrieben! Mit deinem Brushpen (oder einem anderen Stift) schreibst du dein Wunschwort und orientierst dich dabei an den Hilfslinien.

Du wirst merken – sie geben dir Halt und Sicherheit. Durch die Lineatur kannst du dich voll und ganz auf die Strichführung konzentrieren.

3. Bleistift-Linien wegradieren

Anschließend muss dein Hand- bzw. Brushlettering richtig trocknen.

Nach kurzer Zeit kannst du anfangen, die Hilfslinien wegzuradieren. Zurück bleibt ein perfekter Schriftzug auf weißem Papier! Fantastisch!

Tipp: Je feiner du am Anfang mit dem Bleistift zeichnest, desto einfacher gehen die Linien wieder weg. Das Radiergummi auf dem Foto ist übrigens ein Faber-Castell 7081 N.

Bleistift wegradieren
Das Wort verzieren

4. Das Lettering verzieren

Optional kannst du deinen Schriftzug jetzt noch verzieren und um charmante Details ergänzen.

Dafür braucht man oftmals keine weiteren Hilfslinien – aber auch hier hast du natürlich die Möglichkeit, mit dem Bleistift vorzuarbeiten.

Wenn dir dieses Vorgehen dabei hilft, das Endergebnis zu verbessern, sodass dir dein Lettering mehr gefällt, dann tu es. Möchtest du lieber vollständig Freihand arbeiten, dann lass die Vorzeichnungen einfach weg.

Ich persönlich versuche häufig auf die Vorarbeit zu verzichten, da es mir einfach keinen Spaß macht, so viel Zeit mit dem Zeichnen von Hilfslinien zu verbringen. Oftmals komme ich aber auch nicht drum herum, mir eine exakte Lineatur zu ziehen. Vor allem bei Kunden-Projekten ist mir diese präzise Arbeit wichtig.


Vorlagen zum Handlettering lernen

Als ich mit dem Handlettering angefangen habe, wollte ich möglichst sofort tolle, geschwungene Schriftzüge von tiefsinnigen Zitaten erstellen, Karten schreiben und Namen verzieren.

Was vor dem geistigen Auge super aussah, war auf Papier dann natürlich bei weitem nicht so schön wie erwartet.

Erst mit vielen Versuchen und nachgemachten Handletterings wurden die Schriften vorzeigbar. Mit jedem Mal Üben wurden die Ergebnisse ein wenig besser.

Diesen Prozess kannst du mit hochwertigen Vorlagen deutlich beschleunigen!

Handlettering Vorlagen

Wichtig: Lass dir nicht von zu hohen Ansprüchen an dich selbst die Laune verderben! Ob mit oder ohne Vorlagen: Präzise Handletterings erfordern viel Übung und Sicherheit mit dem Stift.

Der typische „innere Kritiker“ wird selten zufrieden gestellt. Traue dich auch Werke zu teilen, die du nicht perfekt findest. Es hilft dir dabei weiterzumachen und bringt dir häufig hilfreiche Verbesserungsvorschläge.

Kann ich mir eigene Handlettering-Vorlagen generieren?

Ich habe für dich einen Handlettering-Generator entwickelt, mit dem du deinen Wunschtext in verschiedenen Handschriften darstellen kannst.

Nach diversen Einstellungsmöglichkeiten kannst du deine Vorlage ausdrucken und zum Abpausen verwenden.

Perfekt zum Üben!

Fontilo - Der Handlettering-Generator

Du kannst sofort loslegen und den Handlettering-Generator kostenlos nutzen. Mittlerweile gibt es sogar eine sogenannte „Plus“ Version, die eine Vielzahl zusätzlicher Möglichkeiten bietet und es dir erlaubt, deine Handletterings online zu speichern.

Google Fonts als Vorlage

Für weitere Schriftarten eignet sich auch Google Fonts. In der Kategorie „Handwriting“ findest du viele, schöne Schriften von denen du abgucken kannst.

Vom Computer erzeugte Schriften sehen zwar selten so interessant und individuell aus wie Handletterings, eignen sich aber sehr gut als Vorlage und Inspiration für neue Schriftstile.

Du kannst sogar deine gewünschten Wörter direkt in einer bestimmten Schriftart anzeigen lassen. Eine Liste passender Handlettering Fonts findest du auch auf meinem Kreativ-Blog dreieck.com.

Social Media

In den sozialen Netzwerken tummeln sich sehr viele, äußerst talentierte Künstler.

Die gezeigten Werke motivieren zum weitermachen und eignen sich anfangs auch perfekt zum nachmachen und abgucken.

Nur komplette „Kopien“ anderer Werke solltest du vermeiden. Ansonsten ist das Nachahmen eine effiziente Art zu lernen und seinen Stil weiterzuentwickeln.

Lass dich nicht von den genialen Kunstwerken einiger Künstler herunterziehen! Es gibt IMMER Leute die besser sind als du und als ich. Aber auch die haben mal klein angefangen und den steinigen Weg auf sich genommen.

Es ist daher wichtig, dass du dran bleibst und weitermachst. Nur so wirst du besser!

Tipp: Auf Instagram, bei Facebook und auf meinem YouTube Kanal findest du regelmäßig neue Handletterings für deine Inspiration. Ich freue mich, wenn du vorbei schaust und mir folgst!


Einsatzzwecke für deine Schriftzüge

Das Handlettering ist nicht nur ein ganz tolles Hobby und ein gesunder Ausgleich, sondern richtig nützlich!

Für deine zukünftigen Schriftzüge gibt es unzählige Einsatzzwecke. So kannst du beispielsweise spielend einfach schöne Karten, Poster oder Briefe zaubern.

Auch Schilder und andere Beschriftungen, zum Beispiel von Porzellan oder Stoffen sind eine ideale Möglichkeit, deine Letterings zu platzieren. Genau wie der Einsatz in einem Bullet Journal, in der Logo-Gestaltung oder als Ergänzung zu anderer Kunst.

Du siehst – die Möglichkeiten sind endlos. Es gibt viel zu entdecken!

Aloha auf Stoff geschrieben

Weitere Anleitungen und Inspirationen

Häufig gestellte Fragen

Was ist Handlettering?

Das Handlettering ist eine moderne Form der Schönschrift. Die Buchstaben werden dabei eher mit vollem Bewusstsein gezeichnet, als einfach nur geschrieben. Es ist äußerst kreativ, meditativ und macht riesen Spaß.

Was brauche ich für das Handlettering?

Prinzipiell kannst du mit jedem Stift und einfachem Papier mit dem Handlettering anfangen. Besonders schöne Schriften lassen sich mit passenden Stiften, glattem Papier und ein paar nützlichen Hilfsmitteln kreieren.

Wie lerne ich das Handlettering?

Nutze meine große Anleitung, um das Handlettering Schritt für Schritt zu lernen. Die Vorlagen und Übungsblätter helfen dir dabei, zielgerichtet und effektiv zu lernen.

Welche Stifte brauche ich für das Handlettering?

Im Prinzip kannst du mit jedem beliebigen Stift kreativ werden. Auf das richtige Wissen und die Technik kommt es an. Für den Start reicht sogar ein einfacher Bleistift. Fineliner, Gelroller und Brushpens sind ebenfalls sehr nützlich.

Was ist Brushlettering?

Das Brushlettering ist eine Unterkategorie des Handletterings. Hierbei wird ein Brushpen genutzt, um Schriften zu kreieren. Diese basieren häufig, aber nicht ausschließlich, auf Schreibschriften.

Dein Feedback zählt

Ich hoffe ich konnte dir beim Handlettering lernen helfen!

Viel Spaß mit tollen neuen Schriften, selbst erstellten Karten und tiefsinnigen Sprüchen. Für Anregungen und Feedback bin ich immer offen. 🙂

Hinterlasse mir bitte einen Kommentar mit deinem Feedback – ich würde mich freuen!

128 Kommentare zu „Handlettering lernen: Die große Schritt für Schritt Anleitung“

  1. Hallo Timo,
    ganz frisch bin ich dabei mit deinem Handlettering-Generator-Plus zu arbeiten. Finde ich irgendwo die Funktion, um mir die jeweiligen Schriftarten, die du bei deinen Vorlagen verwendet hast, anzeigen zu lassen?

    Vielen Dank für deine Hilfe. 🙂

    Liebe Grüße
    Rebekka

    Antworten
  2. Hallo Timo,

    Ich möchte mich bei dir sehr bedanken – für diese feine Idee … ich nenn es ‚Rohrregal à la Timo‘ …
    meines ist aus schwarzen Installationsrohren und hat einen Holzrahmen (… leider kann ich kein Bild hochladen… schade!)

    Etwas adaptiert, nicht so ganz zusammengeräumt … ☺️ und auch noch nicht alles befüllt …

    Jedoch: aus alten Rohren – Resten, die wir auf unserer Baustelle in der Schule vorfanden – gefertigt von meinem Kollegen … nach Deiner Idee! Echt super!!

    Eignet sich für mehr als die Stifte – schafft Ordnung 😉 und ruft täglich Freude hervor!

    Herzlichen Dank dafür!

    Und deine letzte Post über die Einfachheit hat mir auch sehr gut gefallen!

    Sei herzlich gegrüßt aus Österreich und halte durch, die Sonne kommt auch im Norden wieder hervor!
    Ich schick dir einen Sonnenstrahl aus dem oberösterreichischen Mühlviertel!

    Alexandra

    Antworten
  3. Ich möchte gern in das Handlettering einsteigen, aber bisher bin ich mit den Vorlagen nicht zurecht gekommen oder war zu ungeduldig. Jetzt werde ich über deinen Mini-Kurs starten und hoffen, das ich das nötige Handwerkszeug und genügend Tipps von dir bekomme. Deine Seiten haben mich sehr angesprochen. Ich werde von meinen Ergebnissen berichten.

    Antworten
  4. Hallo Timo,
    Vor 2 Jahren habe ich mich für deinen Handlettering-Grundkurs angemeldet und super viel dabei gelernt. Jetzt möchte ich das nach einer längeren Auszeit wieder auffrischen, aber der Link funktionert nicht mehr. Muss ich mich nochmal ganz neu anmelden oder wie kann ich auf den damaligen Kurs zugreifen.
    LG, Renate

    Antworten
  5. Hallo Timo,
    ich nutze deinen Handlettering-Generator und arbeite mich da langsam ein.
    Mit der Einstellung „Kontur“ komme ich allerdings gar nicht zurecht. Die Konturen sind so schwach, dass sie schon auf dem Bildschirm kaum lesbar sind und im Druck dann auch nicht zu gebrauchen sind. Eignen sich nur bestimmte Schriften dafür? Mache ich etwas falsch?
    Viele Grüße Karin

    Antworten
    • Hallo Karin, die Kontur Funktion klappt tatsächlich nicht bei allen Schriften.
      Sie macht immer nur dort Sinn, wo die Schrift nicht bereits aus Konturen besteht.
      Liebe Grüße

      Antworten
  6. Hallo Timo, dein Sketchnotes Online Kurs war wirklich mega cool.
    Auch Bücher die du empfohlen hast habe ich gekauft und bin wirklich ständig, also Täglich an Sketchnotes am vertiefen.

    Nun überlege ich schon lange ob ich das Handlettering beginnen soll, da ich aber schon mit dem Buch vor einiger Zeit begann hatte ich nicht so Freude daran und kaum Geduld. Wie fandest du heraus, das es das richige ist für dich? Oder was für ein Tipp kannst du mir geben? Grüsse Jeannine

    Antworten
  7. Hallo Timo,
    Danke für den wirklich coolen Mini Anfängerkurs in Handlettering!!!
    Soviel Nützliches und Anschauliches!!!
    Ich bin als ausgebildete Grafikdesignerin ja keine echter „Frischling“. Habe auch in meinem Studium an der Angewandten in Wien eine von allen Studenten gehaßte Vorlesung „Schrift und Heraldik“ besuchen müssen, doch mir war nicht klar, wieviel Spaß der Umgang mit Schrift machen kann!
    Bin durch dich auf dem Weg des Handletterings gekommen und das ist super spannend!
    DANKE!!! Liebe Grüße aus Wien Gaby

    Antworten
    • Hi Gaby, super zu hören! Freut mich. Ich war vorher dem Handlettering auch kein großer Fan von „Schrift“ an sich – mittlerweile habe ich da ebenfalls eine ganz neue Begeisterung entwickelt. 🙂
      Viel Spaß weiterhin beim Lettern und liebe Grüße!

      Antworten
  8. Lieber Timo
    Ich liebe Handlettering und kann es mittlerweile auch schon sehr gut….
    Leider schaffe ich es nicht mit den Hilfslinien, könnten sie das noch einmal für mich erklären?

    Danke! Und noch viel Erfolg!

    Antworten

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