Kerzen beschriften mit MissSusi

Kerzen zu beschriften ist (mal wieder) eine ganz neue Herausforderung – egal ob du bereits sicher im Handlettering bist, oder nicht.

Vor einiger Zeit habe ich einige Kerzen im Internet entdeckt, die wirklich wunderschön beschriftet waren. Und glücklicherweise hat sich die talentierte Künstlerin hinter den Kerzen bereit erklärt, ein kleines Tutorial für den Blog zu schreiben.

Vorhang auf für Susanne und ihre genialen DIY Kerzen!

Kerzen beschriften Schritt für Schritt

Hallo, mein Name ist Susanne Raich besser bekannt unter dem Namen MissSusi.
Ich bin freischaffende Künstlerin aus Tirol, male, zeichne, illustriere und beschäftige mich intensiv mit dem Handlettering auf verschiedenen Untergründen.

Diesbezüglich gebe ich auch Workshops und Kurse. Heute möchte ich dir gerne zeigen, wie du ganz einfach Kerzen „belettern“ kannst.

Bevor du loslegst, solltest du dir überlegen, welchen Spruch bzw. welches Wort du auf die Kerze bringen möchtest, damit du dann die Größe der Kerze festlegen kannst.

Natürlich geht es auch umgekehrt, du passt den Spruch an die Größe der vorhandenen Kerze an.

Benötigtes Material

  • Kerze (weiß)
  • Papier
  • Bleistift/Schere
  • Seidenpapier (weiß)
  • Brushpen (Fudenosuke hart oder Pentel Sign Touch) oder Fineliner
  • Backpapier
  • Heißluftföhn (oder einen normalen Föhn)

Schritt 1: Das Lettering

Lettere deinen Spruch mit dem Brushpen (oder monoline mit einem Fineliner) auf ein Blatt Papier und halte dich dabei platzmäßig an die Größe der Kerze.

Du kannst den Spruch gerne mit Bleistift vorschreiben.

Das Lettering

Schritt 2: Abpausen

Pause nun den Text – ebenfalls mit dem Brushpen – auf ein Stück Seidenpapier.

Beachte dabei, dass du die glatte, etwas glänzende Seite des Seidenpapiers beschriftest und sei vorsichtig beim Schreiben, damit das Papier nicht reißt.

Kerze beschriften

Geübte können Schritt 1 auch auslassen und direkt auf das Seidenpapier lettern.

Schritt 3: Ausschneiden

Schneide jetzt den Spruch aus und schau, dass du so knapp wie möglich an der Schrift bleibst.

Der Rand rund um den Text sollte also so gering wie möglich gehalten werden.

Lettering ausschneiden

Schritt 4: Position finden

Platziere nun den zugeschnittenen Text mit der glatten, also beschrifteten Seite nach oben auf der Kerze (heißt, du kannst den Text lesen, wenn du auf die Kerze schaust).

Lettering positionieren

Schritt 5: Platzierung festhalten

Lege ein Backpapier über den Text. Es sollte nur so groß sein, dass die Kerze abgedeckt ist und du es hinten auf der Rückseite der Kerze noch gut fassen kannst.

Eine Metallklammer ist dabei recht hilfreich, gerade bei kleineren Kerzen, da es beim nachfolgenden Föhnen recht heiß werden kann.

Pass dabei auf, dass das Seidenpapier darunter keine Falten wirft oder „Eselsohren“ bekommt.

Lettering mit Klammer festhalten

Schritt 6: Handlettering fixieren

Nun föhne ganz vorsichtig über das Backpapier. Dabei solltest du nicht zu lange auf einer Stelle bleiben und am besten den Föhn dauernd in Bewegung halten.

Sobald sich das Seidenpapier mit dem warmen Wachs verbindet, wird die Stelle dunkler. Du kannst auch zwischendurch immer mal ganz vorsichtig unter das Backpapier schauen, wenn du dir nicht sicher bist, ob schon alles miteinander verschmolzen ist.

Lettering mit Föhn fixieren

Grundsätzlich ist es reine Übungssache und je öfter du es machst, umso mehr Fingerspitzengefühl bekommst du.

Ich streiche auch beim Föhnen hin und wieder mal vorsichtig mit der flachen Hand übers Backpapier, um eventuelle Unebenheiten darunter zu glätten.

Schritt 7: Deine Kerze bewundern

Wenn der gesamte Text dunkel ist, was bedeutet, dass sich das komplette Seidenpapier mit der Kerze verbunden hat, lässt du das Ganze etwas abkühlen.

Anschließend kannst dann das Backpapier langsam abziehen.

Übertragenes Lettering auf der Kerze

Et voilà ! … FERTIG!

Tipps zur Umsetzung

Du kannst deinen Text natürlich auch mit farbigen Brushpens (Fudenosukes oder Pentel Touch Sign Pens gibt es auch farbig) schreiben oder mit anderen, dickeren Brushpens Farbakzente setzen, wie z.B ein Herz als Untergrund für den Text malen.

Das Seidenpapier wird dann allerdings etwas wellig, was sich auch beim Endergebnis bemerkbar macht.

Aber es ist Handarbeit und ich finde, das darf man auch sehen.

So, nun wünsche ich dir viel Spaß beim Gestalten deiner Kerzen. Gelegenheiten, sie zu verschenken (Ostern, Muttertag …) kommen ja nun einige auf uns zu und in Zeiten wie diesen, freut sich bestimmt auch so mancher über ein Paket mit individuellen Kerzen.

Fragen an Susanne

Wie bist du zum Handlettering gekommen?

Eigentlich über die klassische Kalligrafie. Ich habe aber immer schon gerne geschrieben und Karten gestaltet und schon damals, als es noch keine Begriffe, wie Faux Calligraphy und Brushlettering gab, habe ich versucht, dieses schöne Schriftbild der Federkalligrafie mit Stiften und doppelten „Abstrichen“ zu imitieren.

Was beschriftest du sonst noch, wenn es gerade keine Kerzen sind?

Vor mir ist eigentlich gar nichts sicher… Holz, Tafelfolie, Glas, Spiegelflächen, Stoff, Leder, Möbel und früher auch – zum Leidwesen meines Vaters – Wände.

Was ist dein bester Tipp für alle, die das Handlettering lernen möchten?

Üben, üben, üben. Was anderes wäre gelogen. Ich vergleiche es immer mit dem Erlernen eines Musikinstrumentes. Je mehr man sich damit beschäftigt, umso besser wird man.

Die gute Nachricht ist, jeder kann es lernen und man braucht dafür nicht unbedingt eine schöne Handschrift.

Steckbrief

Wer mehr von mir wissen oder sehen möchte, kann mich gerne auf meinen Social-Media Kanälen besuchen. Bald geht auch meine eigene Webseite online, auf der ich noch mehr von mir zeigen werde.

Danke an Susanne für das Interview und die geniale Anleitung. Mir kribbelt es jetzt schon in den Fingern und ich muss diese Technik unbedingt ausprobieren!

Du auch?

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