Ribbon Lettering – Mit starken Techniken zum genialen Ribbon Effekt

Bunte Ribbon Letterings wirken besonders dynamisch und haptisch. Die Erstellung von realistische Ribbons (zu Deutsch: Bänder / Schlaufen) macht super viel Spaß, ist aber nicht ganz einfach.

Deshalb findest du hier eine detaillierte Ribbon Lettering Anleitung! Mit den richtigen Tipps und Techniken werden auch dir fantastische Ribbons gelingen.

Der Blick in die Wirklichkeit

Bei all der Kreativität, den verschiedenen Strichen und Techniken darfst du eines nicht vergessen:

Wenn du einen realistischen Effekt nutzen möchtest, dann schau auch mal in die Realität!

In diesem Fall heißt das, dass wir einen Blick auf ein echtes Geschenkband werfen. Dieses Vorgehen empfehle ich genau so bei der Zeichnung von Bannern und Fähnchen.

So können wir ganz genau sehen, was die Optik eines Ribbons ausmacht.

  • Wie sehen die Übergänge aus?
  • Wo sind dunkle und helle Bereiche?
  • Wie laufen die Kanten?

Und damit du jetzt nicht sofort ein Band suchen musst, habe ich natürlich ein passendes Foto für dich. Dort habe ich eine ganz simple Linienführung nachgeahmt.

Beispiel Satinband

Wenn du dir das Foto im Detail anschaust, siehst du folgende wichtige Faktoren:

  • Das Band ist (logischerweise) immer gleich breit. Minimale Unterschiede ergeben sich durch die Entfernung zur Kamera bzw. zum Auge.
  • Der hintere Bereich des Bands ist dunkler, als der vordere Bereich.
  • Die Kanten heben sich zusätzlich ab.
  • Auf den vorderen Schlaufen sind weitere Lichtreflexionen zu sehen.

Diese Faktoren variieren, je nach Beleuchtungsart- und Winkel. Für gewöhnlich haben wir aber eine Beleuchtung von oben, sodass die typische Optik sich meist sehr ähnelt.

Und genau diese Optik werden wir jetzt mit einem Brushlettering und der passenden Technik nachahmen!

Techniken im Überblick

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ein Ribbon zu kreieren. Ob komplett mit einem Bleistift, mit verschiedenen Brushpens oder einer Keilspitze.

Sobald du das Prinzip verstanden hast, kannst du die verschiedenen Herangehensweisen nutzen oder nach Belieben kombinieren.

Folgendes Foto gibt dir einen Überblick über die vielen Möglichkeiten.

Ribbon Lettering Varianten
  1. Erstellung des Ribbons mit Hilfe zweier, versetzter Linien. Zum Beispiel mit einem Bleistift oder Fineliner.
  2. Die Nutzung von zwei Brushpens gleichen Farbtons aber verschiedener Helligkeiten. Die hintere Linie wird hier nachträglich verbreitert.
  3. Der Einsatz einer Keil- oder Flachspitze (wie bei einem Textmarker). Hier ergibt sich das Band fast automatisch, wenn die Spitze stets im gleichen Winkel geführt wird.
  4. Ribbon Lettering mit einer Konturlinie. Der starke Kontrast der Linie sorgt dafür, dass die einzelnen Teilstücke deutlich erkennbar sind.
  5. Ein abstrahiertes Ribbon, bei dem die Linien nur mit einem Brushpen gezogen wurden. Dabei werden lediglich die hinteren Linien (meist Aufstriche) verdunkelt.
  6. Zur Schattierung eignet sich auch ein Buntstift. Damit hast du sehr viel Kontrolle über die Schattierung und es kann nichts verlaufen.

In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du mit Herangehensweise Nummer 4 ein schönes Ribbon Lettering zaubern kannst.

Das einfachste Ribbon Lettering

Beim Ribbon Lettering gibt es im Prinzip zwei Herausforderungen:

  1. Die Basis Form richtig erstellen
  2. Die fertige Form so bemalen, dass der Ribbon-Effekt entstehen kann

Daher starten wir jetzt mit einer ganz basischen Form des Ribbon Letterings mit Hilfe von Brushpens und einer dunklen Kontur.

Die Grundform

Als erstes schreibst du das gewünschte Wort mit deinem Brushpen. Folge dem typischen Rhythmus von Ab- und Aufstrichen.

Die Abstriche sind später der vordere Teil des Ribbons, die Aufstriche bilden das hinten liegende Band.

Achte ggf. auf eine erhöhte Spationierung (die Abstände zwischen den einzelnen Buchstaben), damit du später ausreichend Platz hast.

Das Basis Lettering

Die Aufstriche verbreitern

Im zweiten Schritt verbreiterst du die Aufstriche. Sie sollten genau so breit sein, wie die Abstriche.

Die fertige Grundform

Bei diesem Prozess solltest du bereits im Hinterkopf haben, wie sich deine Verbreiterungen später auf dein Ribbon auswirken. Mit der Zeit wirst du dafür ein Gefühl entwickeln!

Es ist auch möglich, die Linien immer mit gleichem Druck (also ohne unterschiedliche Auf- und Abstriche) zu ziehen, um die nachträgliche Verbreiterung zu vermeiden. Allerdings tut das dem Brushpen absolut nicht gut und er wird schnell ausfransen. Nimm dazu auf jeden Fall nur einen ausrangierten Stift!

Die Konturen definieren

Die Konturen helfen dabei, die einzelnen Bereiche klar abzugrenzen. Das ist zwar nicht komplett realistisch, hilft aber enorm bei der Definition der kritischen Bereiche. Das sind die Übergänge von hinten nach vorne und die Überlappungen.

Schau dir das echte Band an. Dort habe ich die wichtigsten Konturen nachgezogen. Natürlich erhalten auch die anderen Kanten eine Kontur.

Dieses Prinzip überträgst du nun auf deinen Schriftzug. Gehe damit möglichst Schritt für Schritt vor und überlege dir vor jeder Linie genau, wie sie verlaufen müsste. Bei diesem Schritt passieren schnell Flüchtigkeitsfehler.

Lettering mit Kontur

An diesem Punkt ist bereits ein leichter Ribbon-Effekt wahrnehmbar!

Die Rückseite ausmalen

Indem du nun die hinteren Bereiche des Bands mit einem dunkleren Brushpen des gleichen Farbtons ausfüllst, wird der Ribbon-Effekt intensiviert.

Gibt dein Brushpen sehr viel Farbe ab, reicht es manchmal auch, die hinteren Bereiche mehrfach mit der gleichen Farbe zu übermalen.

Achte hierbei wieder besonders auf die Übergänge. Schau dazu auch nochmal auf des echte Satinband und sieh dir an, wie die Rundung im Übergang verläuft.

Die hinteren Bereiche und der Übergang

Warte vor diesem Schritt, bis die Farbe wirklich getrocknet ist und nicht mehr verlaufen kann. Sonst erhältst du unsaubere Kanten.

Verdunkelte Rückseite

Die Kombination aus hellem Vordergrund und dunklem Hintergrund stellt eine der simpelsten Möglichkeiten dar, ein Ribbon Lettering zu erstellen.

Du kannst den Hintergrund theoretisch auch schwarz füllen, um dein Ribbon zu visualisieren. Das wäre ein simple (aber trotzdem schicke) Variante und sähe dann beispielsweise so aus:

Schwarze Rückseite

Allerdings hast du dann keine Möglichkeit mehr, im Hintergrund mit Verläufen und weiteren Schatten zu arbeiten. Deshalb nutzen wir in unserem Beispiel keine schwarze Rückseite.

Mit weiteren Techniken und Details kannst du den Effekt zusätzlich verstärken.

Details ergänzen

Jetzt ist es an der Zeit, unser Ribbon Lettering durch weitere Details zu verschönern. Erinnern wir uns dazu erneut an ein echtes Geschenkband und die verschiedenen Helligkeiten.

Als erstes ergänzen wir die Schatten im Bereich der Schlaufen. Dieser Bereich ist meist dunkler, da dort weniger Licht hinkommt.

Verdunkelte Rückseite

Dabei ist es hilfreich, wenn du bereits mit Verläufen vertraut bist.

In Kurzform: Gib ein kleines bisschen Farbe mit dem dunkleren Stift in dem entsprechenden Bereich ab. Setze sofort danach den helleren Stift ein, um die dunkle Farbe zu verblenden.

Auch im Vordergrund verdunkeln wir den unteren Bereich, damit der oberere Bereich etwas heller ist.

Schatten vorn

Der 3D Effekt ist damit bereits deutlich verstärkt.

Im nächsten Schritt verstärken wir die Konturen unseres Geschenkbandes. Eine Seite wird hell bzw. weiß. Dadurch wird auch der wichtige Bereich des Übergangs noch deutlicher sichtbar.

Hierbei nutze ich einen weißen Gel-Roller. Dieses feine, aber effektive Detail basiert auf den genialen Techniken von der Ribbon-Lettering Queen Caro.

Helle Kontur

An diesem Punkt finde ich das Ribbon ausreichend optimiert und wirklich ansprechend! Optional kannst du nun noch zusätzliche Highlights (Lichter bzw. Lichtreflexe) hinzufügen.

Highlights setzen

Dies wäre in der Realität vor allem vom verwendeten Material abhängig. Ein typisches Satinband hat meist keine harten Lichtreflexe. Allerdings haben wir natürlich immer die Möglichkeit hier künstlerisch frei zu agieren.

Hauptsache dir ist bewusst, welchen Effekt du mit welcher Herangehensweise erzeugst.

Zu guter Letzt habe ich den Schriftzug natürlich noch passend verziert.

Ribbon Lettering mit Dekoration

Ribbon Lettering im Zeitraffer

Zur Verdeutlichung der Technik habe ich auch noch einmal einen Zeitraffer für dich erstellt. Dort nutze ich für die zusätzlichen Schatten allerdings einen Buntstift.

Techniken kombinieren

Ein Ribbon Lettering sieht bereits in der einfachsten Variante wirklich toll aus. In Kombination mit anderen Lettering Techniken kannst du einen Schriftzug noch aufregender und dynamischer gestalten.

Als guter Partner für das Ribbon Lettering eignet sich zum Beispiel das Bounce Lettering. Die tanzenden Buchstaben sorgen für ein geniales Erscheinungsbild.

Ribbon Lettering Beispiel

Auch Farbverläufe lassen sich in Kombination mit deinen Ribbons super einsetzen. Teilweise sind sie sogar nötig, um die verschiedenen Helligkeiten richtig einsetzen zu können.

Möchtest du richtig tief in das Ribbon Lettering einsteigen und unglaubliche Effekte erzielen, empfehle ich dir die Techniken aus Caros Ribbon Lettering Guide. Die Tricks bringen deine Ribbons noch einmal auf ein völlig neues Level!

Am Ende gilt aber immer: Lass Leidenschaft am besten freien Lauf und kombiniere nach Lust und Laune!

Die Basis-Techniken zur Kreation von Ribbons zeige ich dir natürlich auch Schritt für Schritt und mit Video-Begleitung in meinem Handlettering Online Kurs.

Ich hoffe meine Ribbon Lettering Anleitung hat dir geholfen, das Thema „Ribbons“ zu verstehen. Viel Spaß mit deinen ersten Bändern und Schlaufen!

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